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Dieser Text ist auch als PDF verfügbar. Ebenso eine moderne ethische Wert-Definition (siehe unten). |
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Hier geht es um die Frage, was eigentlich ein "wahrer" Wert sein könnte. Damit eng verknüpft sind die ein- gangs gestellten Fragen, warum es unterschiedliche Wertvorstellungen gibt und warum Wertesysteme sich oft im Konflikt gegenüberstehen. Lösungen sind nur in Toleranz möglich. Und diese kann entscheidend ge- fördert werden durch ein richtiges Verständnis des Begriffs "Wert". Ein wahrer "Wert" muss universell und ganzheitlich sein, um soziale und humane Erfolge für größere Gemeinschaften zu erleichtern. Es kann kaum überraschen, dass Toleranz bzw. eine offene Geisteshaltung selbst Werte von zentraler Bedeutung sind. |
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Werte sind zunächst einmal Vorstellungen und Ideale der Menschen, die als solche nicht erzwun- gen werden können. Sie sind weder nur rational noch intuitiv erfassbar und andererseits auch nicht biologisch vorgegeben. Soziale Hauptquellen der Werte-Entwicklung sind Erziehung und Bildung sowie die höchst persönliche Lebenserfahrung der Menschen. - Da es nur so zur Wert- realisierung kommt, ist es wissenschaftlich sinnvoll, den allgemeinen Wertbegriff auf das mensch- liche Soziale einzugrenzen. Vom höchsten Standpunkt aus sollten Wertsetzungen idealerweise im gemeinschaftlichen Diskurs erfolgen und Werte interkulturell aus vielen berechtigten und lebensachtenden Standpunkten ermittelt werden. Im offenen Dialog freier Meinungen, geprägt vom Willen zum gegenseitigen Verständnis und in der Bereitschaft, die eigene Wertorientierung den anderen ein stückweit an- zunähern, würden so die Werte selbst entwicklungsfähig. Und die soziale Evolution der Mensch- heit wäre ebenso konstruktiv wie human möglich. Werte sind keineswegs bloß eine theoretische oder moralische Angelegenheit. Viel mehr setzt der Mensch in seinem Umgang mit den Mitmenschen, auch in der Art und Weise, wie er mit Dingen und der Natur umgeht, ständig Werte. Solche Werte, und im Fall destruktiven Verhaltens auch Unwerte, gehen aus dem menschlichen Selbstbewusstsein hervor. Jeder ist für seine Wertsetzung- en verantwortlich. Mit dem Bewusstseinswandel und kulturellen Veränderungen in Gesellschaften entstehen neue Werthorizonte und Wertrealisierungen. |
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Werte und Werttheorien werden wissenschaftlich, soziologisch, politisch, ökonomisch, religiös und ethisch verschieden begründet. Aber welche Werte könnten den Weg in eine Zukunft ebnen, die das Leben jedes einzelnen Menschen erleichtert und veredelt? Dass Werte lebenserleichternd sein mögen, ist eine Forderung, die von Albert Einstein ausgesprochen wurde! Werte erfüllen ihren Sinn in humanistischer Bildung und müssen einen praktischen Nutzen für alle haben. Elementar lebensfördernd und -erleichternd im gemein- schaftlichen Zusammenleben sind zum Beispiel Frieden, Nächstenliebe und Toleranz. Jedoch fällt es den meisten schwer, über den alltäglichen Lebensbereich und die berechtigten Eigeninteressen hinauszudenken. Um insgesamt den Chancen und Risiken menschlicher Existenz wirklich gerecht zu werden, sind die heu- tigen Werttheorien gefordert, neue Ansätze zu finden. Die ideelle Vorstellung von Werten und ihr prakti- sches Wirken müssen unterschieden und beide Sphären beachtet werden. Jedes menschliche Wirken, sowohl konstruktiv als auch destruktiv, muss heute weit mehr als bisher zu- sammengedacht und ganzheitlich behandelt werden, damit sich strukturelle Gewalt eingrenzen und sozial verantwortliches Handeln fördern läßt. Die Werteproblematik wird immer mehr zu einem Thema, das auf- grund seiner enormen praktischen Auswirkungen alle Lebensbereiche und alle Nationen fordert, ihre Wert- theorien an die globalen Herausforderungen anzupassen. Der humane und sozialverantwortliche Grund- gedanke muss in Politik und Wirtschaft, in Soziologie und Religion, auch in der Philosophie stärker ge- würdigt und neu herausgearbeitet werden. |
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Ino Weber und Heinz Engelstädter |
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Werte, zumal die ethischen, sind Wertvorstellungen und Entscheidungen, die im engeren Sinn als menschenwürdig gelten können. Werte sind reale humane Wert-Verhältnisse, spezifische soziale Verhältnisse, die Menschen und Gemeinschaften weltweit auf humane Weise aneinander binden. Das unterscheidet sie von sozialen Unwerten und den damit verknüpften fatalen Denk- und Handlungsmustern. Das humane Wert-Empfinden, das prinzipiell in ethisch mustergültiges, lebensförderndes Denken und Handeln einmünden kann, ist eine menschliche Grundtatsache und daher universell zu verstehen. Jedoch existieren humane Werte in vielen unterschiedlichen regionalen und individuellen Ausprägungen, sie bilden einen Werte-Pool der Menschheit. Nach dem konkreten Bereich menschlichen Handelns unterscheidet man ökonomische, politische, wissenschaftliche, religiöse und andere Werte. Das für den Weltfrieden entscheidend wichtige ethische Wert-Problem ist nur dann realistisch erfassbar und vielleicht auch lösbar, wenn die ganze Widersprüchlichkeit, Irrationalität und Eigendynamik menschlicher Wert-Setzungen berücksichtigt wird. Kurz: Werte in den verschiedenen Ereignisfeldern des Lebens sind erst dann als gesellschaftliche Ganzheit zu verstehen und zum praktischen Nutzen eines friedlichen Zusammenlebens handhabbar, wenn sie als reale humane Wert-Verhältnisse aufgefasst werden, die von entwicklungsfähigen Wertvorstellungen zeugen. |
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