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Die "Metamorphosen im Wertverständnis" erschienen in der Reihe "Europäische Integration - Grundfragen der Theorie und Politik"
(Nr. 14/2007). Herausgeber ist das Foschungsinstitut der Internationalen Wissenschaftlichen Vereinigung Weltwirtschaft und Weltpolitik e.V.
in Berlin (IWVWW) unter Leitung von Prof. Dr. Karl Heinz Domdey. Die Schrift beinhaltet 21 Reden und Aufsätze und umfasst 185 Seiten.

Metamorphosen im Wertverständnis

Auf dieser Seite sind das Inhaltsverzeichnis sowie die Einleitung der Publikation komplett nachzulesen. Unter "Schlüsselsätze" finden Sie ausserdem besonders prägnante Text-Passagen aus den einzelnen Kapiteln.

      Einleitung
  1. Vom Werte der Werte - erneuerte Werttheorien
  2. Paradoxien philosophischer Werttheorien
  3. Positiver Frieden
  4. Wissenschaft und Moral
  5. Innere und äußere Grundlagen für eine Gesellschaft aus philosophischer Sicht
  6. Soziale Energien
  7. Nationale Energien im 21. Jahrhundert
  8. Nationen und Nationalismus
  9. Universalmacht als Wert
10. Macht, Herrschaft, Kampf - Dialektik der Epoche
11. Antifaschismus als universeller Wert
12. Antisemitismus, Demokratiefeindschaft und Charakter der Epoche
13. Schwarze Roben und brauner Geist
14. Ideologien und vernünftige Urteilskraft
15. Auf dem Weg zur Ethik kommunikativer Entscheidungsgemeinschaften
16. Wissenschaft und Religion
17. Die Sinn-, Norm- und Tugendproblematik in einer ganzheitlichen Ethik
18. Leben mit Fremden - Umgang mit Ethnien
19. Schuld und Versöhnung
20. Innere Dynamik von Ereignissen und Heuristik
21. Wert klassischer Bildung

EINLEITUNG

Die Generation des Verfassers hat dreimaligen Wandel im Wertverständnis erfahren. Sie weiß, dass human gelebte Werte über Schicksale entscheiden, nicht allein Wertvorstellungen. Solche Metamorphosen wird das differenzierte Werteverstehen in der Welt durchlaufen müssen, damit globale soziale Aufgaben wie Frieden, Arbeit, Ökologie oder Migration gemeinschaftlich lösbar werden.
In Wissenschaft, Religionen und Praxis gelten jedoch lediglich Wertvorstellungen als Werte. Es bleibt offen, inwieweit sie auf humane Weise verwirklicht werden. Solche "Werte" sind ideologisch manipulierbar und missbrauchen humane Wertsetzungen. Folglich wird nach der Wahrheit von Werten gefragt, ein wissen- schaftliches Problem, das den Autor seit langem beschäftigt. Im Ergebnis entstand ein neues Wertverständ- nis: Die Wahrheit von Werten ist erst in realen humanen Wertverhältnissen zu erkennen, die im praktischen Handeln entstehen und Menschen verlässlich aneinander binden. Auf diese Weise sind moralische, politische und andere Werte erstmalig als spezifische soziale Verhältnisse bestimmt, nicht nur als ideelle Wertsetzung- en. Im Gegensatz zu Unwerten können sie jede zwischenmenschliche Beziehung human beeinflussen, so- bald gemeinsamer Wille sie trägt. Menschlich Gutes wie Böses ist dann in seiner wahren historischen Ent- wicklung zu verstehen. Dieser philosophische Wertehorizont ist ungewohnt und wird nicht sofort geteilt. Aber für jeden Menschen akzentuiert er die praktische Ausführung seiner humanen biologischen, psychi- schen und sozialen Fähigkeiten. Realistische Vernunft kann sich deshalb in allen Ereignisfeldern des Lebens durchsetzen, auch hinsichtlich des realen ökonomischen Werts, der in Philosophie, Sozial- und anderen Wissenschaften noch keine Berücksichtigung findet.
Weltweit ist dieses ganzheitliche Werteverständnis praktisch handhabbar. Es erlaubt Metamorphosen im menschlichen Wertempfinden und Handeln, um globale soziale Aufgaben gemeinschaftlich zu lösen. Der Verfasser vertrat es in Forschung und Lehre, in zahlreichen Vorträgen, Artikeln und Gesprächen. Stets fand der Autor Unterstützung im Wissenschaftsbereich Ethik sowie im Arbeitskreis philosophische Friedensfor- schung der Humboldt-Universität, ein interdisziplinäres Unikat, das er ein Dezennium leitete. Im Dialog mit Christen festigte sich seine Wertsicht, besonders im sozialethischen Arbeitskreis der Berlin-Brandenburgi- schen Kirche, ebenso mit jüdischen, islamischen und anderen Gläubigen.
Der Philosoph Bloch formulierte, Denken heißt überschreiten. Das mahnt uns, dialektisches Denken im 21. Jahrhundert zu praktizieren. Menschen und Kulturen verfügen über einen humanen Wertevorrat, der das nötige Vertrauen im Dialog und menschenwürdige Kooperation erlaubt. Dafür muss jedoch die Eigendyna- mik des Handelns aller Beteiligten berücksichtigt werden, die langfristig wirkt. Dem widerspricht, allein nach äußeren Widersprüchen zu entscheiden. Die Texte orientieren auf die innere Widersprüchlichkeit eines Ereignisses oder Prozesses. Deshalb werden veränderte Strategien erwogen. Die Schrift enthält folglich die praktikable Werttheorie humaner sozialer Evolution. Langjährige Gefährten trugen dazu bei. Der Autor ist ihnen in Freundschaft und Verehrung verbunden.
Ein besonderer Dank gilt Prof. Dr. Dr. h.c. Karl Heinz Domdey.
Die Menschheit vollbrachte in historisch kurzen Fristen bereits Übergänge im Werteverständnis. Veränder- tes Selbstbewusstsein wandelte das Schicksal von Menschen. Neue humane Kreativität entfaltete sich - in verschiedenen Kulturen und deshalb auf unterschiedliche Weise. Folglich besteht Aussicht auf humane Metamorphosen auch im differenzierten Wertverständnis der heutigen Welt.

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